Fischkunde

Die Grundlage der Fischkunde – der Fischkörper

In Deutschlands Süßgewässern leben unzählige Fischarten, die man auf unterschiedlichste Weise einteilen kann. Für die Fischkunde des Anglers ist es in erster Linie sinnvoll, Fische nach ihrer Körperform zu unterscheiden, da der Fischkörper sehr eng mit den Lebensgewohnheiten zusammenhängt. Und die solltet Ihr kennen, um mit der passenden Ausrüstung und Technik den gewünschten dicken Fisch an Land zu ziehen.


Der Körperbau der Fische

Fischkunde - Der Fischkörper

Doch fangen wir für unsere Fischkunde zunächst ganz allgemein mit dem Körperbau an. Fische gehören zu den Wirbeltieren. In heimischen Süßgewässern finden sich vor allem Knochenfische. Das sind, anders als Knorpelfische wie der Schwertfisch oder der Hai, diejenigen, welche die Euch bekannten Gräten in sich tragen. Der Fischkörper gliedert sich in Kopf, Rumpf, Schwanz und Flossen. Der Rumpf beginnt hinter den Kiemendeckeln und reicht bis zum After. Nicht alle Fische haben eine geschlossene Schuppenpracht unter der Oberhaut. Es gibt Arten mit weniger oder gar keinen 

Schuppen. Einige Karpfenarten gehören dazu, auch der Aal und der Wels haben keine Schuppen. Interessanterweise könnt Ihr wie bei Bäumen über Jahresringe der Schuppen das Alter größerer Fische bestimmen. Bei den Flossen unterscheidet man paarige und unpaarige Flossen. Sie dienen der Stabilisierung, Fortbewegung und Steuerung. Zu den paarigen Flossen gehören Bauch- und Brustflossen. Sie entsprechen den Gliedmaßen von Wirbeltieren. Rückenflossen, Schwanzflosse und Afterflosse sind unpaarig. Gerade zur genauen Spezifikation des Fischs ist es unerlässlich, dass Ihr Form, Lage und Stellung der Flossen zueinander kennt. Bezüglich der inneren Organe ist für Euch besonders wichtig zu wissen, wo Gallenblase und Niere sind, um den Fisch bei Entnahme der Organe genießbar zu halten. Die Niere befindet sich bauchseitig am Rückrad, sie darf nicht übersehen werden. Die Gallenblase darf dagegen bei der Organentnahme keinesfalls beschädigt werden.

Nachfolgend kommen nun die verschiedenen Körperformen in der Fischkunde. Wer sich weiter mit dem Thema Fischkörper beschäftigen will, dem empfehle das Buch: Welcher Fisch ist das? Die Süßwasserfische Mitteleuropas.

Die verschiedenen Körperformen in der Fischkunde

Fahren wir wie oben angekündigt mit der genaueren Unterscheidung durch die Körperform fort. Wir unterteilen in die Hochrückenform, die Spindelform, die Pfeilform, die Keulenform und die Schlangenform. Plattförmige Fische, wie die Scholle, finden sich dagegen eher am Boden von Meeren und Ozeanen.

Der Hochrückige Fischkörper

Eine der gängigsten Fischformen ist die Hochrückige. Fische dieses Körperbaus sind meist sehr schmal im Querschnitt und haben dabei eine tiefe Bauch- und hohe Rückenpartie. Das prädestiniert sie, sich zwischen dichten Wasserpflanzen hindurchzuschlängeln und sich dort aufzuhalten, also auch an dicht bewachsenen Uferregionen. Ihre Schwanzflosse weist die für Knochenfische typische symmetrisch gespreizte Form auf. Da sie wenige Schwimmbewegungen vollziehen und gerne verweilen, sind sie in stehenden und schwach strömenden Gewässern, sprich Seen und leicht fließenden Flussarmen, zu finden.

Typisch für die hochrückige Form sind Karpfenfische wie die Brasse, umgangssprachlich auch unter Blei bekannt. Er wird im Normalfall 30 bis 50 cm groß, bei einem Gewicht von bis zu 7 kg. Der als Speisefisch eher unbeliebte aber ebenso häufige Güster wird 15 bis 20 cm groß. Brasse und Güster halten sich in Schwärmen bodennah im Uferbereich auf. Eure Chancen sind groß, sie am Haken zu haben.
In den Baggerseen Deutschlands könnt Ihr auf die 20 bis 50 cm große hochrückige Plötze treffen.
Eher ein Exot im Sinne seiner Herkunft ist der asiatischstämmige durchschnittlich 20 cm große und bis zu 3 kg schwere Giebel. Er ist inzwischen auch in Deutschlands stehenden und leicht fließenden Gewässern mit dichtem Pflanzenbewuchs verbreitet, beispielsweise in den Nebenarmen der Oder.

Die Fische der Spindelform

Fischkunde - Maulstellungen bei Fischen

Fische in Spindelform haben anders als hochrückige Fische einen langgestreckten und im Durchschnitt leicht abgeflachten, ovalen Körperbau. Ihre Form ist ideal, auch stärkerem Wasserwiderstand zu trotzen. Sie sind folglich selbst bei starker Strömung gute Schwimmer und halten sich überwiegend abseits der Ufer in Freiwasserzonen fließender Gewässer auf.In kalten, klaren Süßgewässern findet Ihr die See- und Bachforelle vor. Die Seeforelle ist ein großwüchsiger Fisch, der in Seen mit hohem Sauerstoffgehalt beste Lebensbedingungen vorfindet, er erreicht eine Größe zwischen 40 und 80 cm und wiegt in der Regel bis zu 15 kg. Aufgrund der Wasserbedingungen ist die Seeforelle bei uns überwiegend in Seen des Alpenraums ansässig.

Die Bachforelle wird normalerweise bis 35 cm groß, somit wesentlich kleiner als die Seeforelle. Üblich ist ein Gewicht von bis zu 500 g. Besonders wohl fühlt sie sich in stark fließenden Gebirgsgewässern, wie sie ebenfalls in der Alpenregion zu finden sind. Wenn Ihr Glück habt, trefft Ihr dort auch auf den forellenähnlichen, farbenprächtigen und bis zu 35 cm großen Bachsaibling.
Lachse sind nur noch selten in deutschen Fließgewässern heimisch. Sie kommen während der Laichzeit in die Flüsse, inzwischen auch wieder in den Rhein, wo sie vor dem Eingriff der Menschen in die Natur zahlreich vertreten waren. Sie werden je nach Lachsart stolze 1,50 m lang.

Der Fischkörper in der Pfeilform

Fische in Pfeilform sind ebenfalls in stark fließenden wie in stehenden Gewässern zu finden. Sie sind noch schlanker und langgestreckter als Fische in Spindelform und laufen zum Maul hin spitz zu. Die gespreizte Schwanzflossenpartie ähnelt in ihrer schlanken Form dem Ende eines Pfeilgeschosses. Durch diese Merkmale haben sie einen noch geringeren Wasserwiderstand als andere Artgenossen und sind extrem schnelle Schwimmer. Das macht sich insbesondre in der blitzartigen Beschleunigung der pfeilförmigen Raubfische während der Jagd nach Beute bemerkbar. Anders als die guten Schwimmer in Spindelform, halten sie sich jedoch auch gerne stehend in bewachsenen Ufer- oder tiefen Grundregionen auf.
Wie beispielsweise der Stolz aller Angler, der Hecht, den es zum Jagen häufig in trübe, bewachsene Uferregionen zieht. Er wird zwischen 1 bis 1,5 m groß und kann dabei bis 30 kg wiegen.
Auch die Quappe kann zu den Fischen in Pfeilform gezählt werden. Sie kann ebenfalls bis zu 1,5 Meter groß werden, bei bis zu 30 kg Gewicht. Im Normalfall liegt sie jedoch deutlich darunter, bei 40 cm. Vorsicht jedoch, denn die Quappe unterliegt den fischereilichen Schonbestimmungen .


Der Körperbau der Keulenform

Fische in Keulenform sind ebenfalls langgestreckt. Sie unterscheiden sich aber von der Spindel- und Pfeilform durch einen großen, breiten und flachen Kopf mit einem breiten Maul sowie einer flachen Bauweise an der Unter- bzw. Bauchseite. Ihre Körperform ist vom Kopf bis zur runden Schwanzflosse hin abnehmend. Sie sind damit optimal an das Leben am Boden stehender wie leicht fließender Gewässer angepasst.
Als typisches Beispiel ist der unter Anglern als Trophäe begehrte Wels zu nennen. Besonders in der Nacht ist er auch in flacheren Gewässerbereichen aktiv, da er dann auf Beutefang geht. Nachtangeln ist also angesagt. Im späten Frühjahr bis Sommer legt er in flachen, dicht bewachsenen oder verwurzelten Uferregionen seine Eier ab. Dann kann man über den Schreck aller Badegäste immer wieder schaurige Geschichten lesen. Er kann die sagenhafte Größe von 3 m erreichen und 200 kg schwer werden. Damit gilt er als der größte Süßwasserfisch Europas. Im Normalfall liegt er jedoch bei 1 bis 1,5 m bei einem Gewicht von bis zu 50 kg.

Die Merkmale der Schlangenform

Am Ende unserer kleinen Fischkunde noch der Blick auf die Schlangenform. Merkmale sind hier ein sehr lang gezogener, gleichmäßig gewachsener und sehr muskulöser Fischkörper mit geringem Durchmesser. Diese Eigenschaften machen Fische in Schlangenform sehr wendig und trotz geringer Flossenausbildung aus ihnen gute Schwimmer, die überwiegend am Gewässerboden leben.

Die 20 bis 40 cm großen Neunaugen sind zu nennen. Doch der Aal ist in aller Munde. Er kann sogar außerhalb des Wassers kurze Strecken überwinden. Also aufgepasst und nicht zu früh gefreut. Wenn Ihr einen 1,50 m großen und 6 kg schweren Süßwasseraal am Haken habt, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Weibchen, die Männchen bleiben deutlich darunter.

 

Hier noch eine Übersichtstabelle mit einigen ausgewählten und oft vorkommenden Fischen, gegliedert nach Art, Höchstlänge und Höchstgewicht:

Art Höchstlänge Höchstgewicht
Barsch 60 cm 4 kg
Karpfen 120 cm 40 kg
Rotfeder 60 cm 4 kg
Schleie 70 cm 10 kg
Zander 130 cm 20 kg
Brasse (Blei) 50 cm 7 kg
Güster 20 cm <0,500 kg
Plötze (Rotauge) 50 cm 3 kg
Giebel 50 cm 3 kg
Seeforelle 80 cm 15 kg
Bachforelle 35 cm <0,500 kg
Bachsaibling 35 cm 1 kg
Lachse Je nach Sorte bis 150 cm Je nach Sorte bis 35 kg
Hecht 150 cm 30 kg
Quappe 150 cm (im Normalfall kleiner) 30 kg
Wels 300 cm 200 kg
Neunaugen 40 cm <0,500 kg
Süßwasseraal 150 cm 6 kg

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